Fragen und Antworten zu Affenpocken


Fragen und Antworten zu Affenpocken


Seit Mitte Mai 2022 werden vermehrt Fälle von Affenpocken in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland beobachtet, ohne dass dabei ein direkter Zusammenhang zu Reisen in zentral- oder westafrikanischen Ländern bestand.

Hier finden Sie Fragen und Antworten zu diesem Thema.

• Welche Desinfektionsmittel wirken gegen Affenpocken?

Bei Affenpocken handelt es sich um behüllte Viren, gegen die alle Desinfektionsmittel wirken, die viruzid oder begrenzt viruzid sind. Alle von der Firma FRANKEN vertriebenen Hände- und Flächendesinfektionsmittel sind geeignet, diese Viren zu inaktivieren. (siehe unten)

Was ist der Unterschied zwischen Affenpocken und Menschenpocken?

Das Affenpockenvirus ist nicht mit dem humanen Pockenvirus (Variola-Virus) zu verwechseln. Dieses wurde durch Impfungen zurückgedrängt. 1980 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pocken offiziell für ausgerottet. Das humane Pockenvirus wurde im Gegensatz zum Affenpockenvirus sehr viel leichter von Mensch zu Mensch übertragen, weshalb es immer wieder zu regionalen Erkrankungsausbrüchen kam. Humane Pockenviren konnten je nach Stamm in bis zu 30 Prozent der Fälle tödlich verlaufen. Da die humanen Pockenviren ausgerottet werden konnten, wird die Pockenimpfung seit 1983 nicht mehr routinemäßig eingesetzt.

Was sind Affenpocken?

Affenpocken lösen eine den Menschenpocken ähnliche Krankheit aus. Sie geht einher mit einem Hautausschlag, der meist im Gesicht beginnt und sich dann auf andere Körperteile (einschließlich des Intimbereichs) ausdehnt und zum Teil an Windpocken erinnert, sowie mit Lymphdrüsenschwellungen und Fieber. Man unterscheidet zentralafrikanische Virusvarianten, die stärker krankmachend sind, von den milderen westafrikanischen Virusvarianten. Affenpocken sind mit anderen Viren, z.B. Menschenpocken- und Kuhpocken-Virus eng verwandt. In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf durch Affenpocken nicht so schwerwiegend wie bei Menschenpocken. In sehr seltenen Fällen können aber auch Todesfälle auftreten.

• Wie häufig sind Affenpocken?

Affenpocken treten in Deutschland normalerweise nicht auf. Sie kommen häufiger in einigen Ländern in Zentral- und Westafrika vor, sind aber durch den Import infizierter Tiere auch schon in den USA und Europa aufgetreten. Seit Mitte Mai 2022 werden vermehrt Fälle in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland beobachtet, ohne dass dabei ein direkter Zusammenhang zu Reisen in zentral- oder westafrikanischen Ländern bestand. Die aktuell bekannt gewordenen Fälle sind überwiegend, aber nicht ausschließlich bei Männern aufgetreten, die Sex mit Männern (MSM) hatten.

Wie werden Affenpocken übertragen?

Affenpocken sind eine Zoonose, d.h. eine Erkrankung, die zwischen Menschen und Tieren übertragen werden kann. Das Hauptreservoir für Affenpockenviren sind keine Affen, wie ursprünglich angenommen, sondern vermutlich Nagetiere wie Riesenhamsterratten oder Flughörnchen. Aber auch Affen und weitere Säugetiere können das Virus übertragen. Menschen können sich beim engen Kontakt mit infizierten Tieren anstecken. Ein klassischer Infektionsweg ist das Verspeisen von “bushmeat”, d.h. selbst erlegten Tieren aus dem tropischen Regenwald. Allerdings ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch über sogenannte Tröpfcheninfektionen (Husten, Niesen, Sprechen, Spucken, Intimkontakte), über den Kontakt zu den Hautveränderungen bei Erkrankten oder durch Schmierinfektion über verunreinigte Gegenstände möglich. Auch eine Mutter-Kind-Übertragung bei der Geburt ist möglich.

• Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko?

Diese Frage kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Durch die Verwandtschaft zu anderen Pockenviren (Orthopoxviren) besteht mit diesen eine Kreuzimmunität. Das bedeutet, dass die körpereigene Abwehr gegen einen dieser Krankheitserreger auch zu einer Immunität gegen die anderen Erreger führt. Vermutlich sind also Menschen, die gegen Pocken geimpft wurden, vor der Erkrankung geschützt oder erkranken nicht so schwer. Eine Ansteckungsgefahr besteht während des gesamten Verlaufes der Krankheit. In der Anfangsphase – noch vor Auftreten des Hautausschlages erfolgt die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion und ist damit sehr hoch. Ein enger Kontakt zu einer erkrankten Person muss aber vorliegen.

Wie verläuft die Krankheit?

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Erkrankungszeichen, wird mit etwa 12 Tagen angegeben, sie kann aber auch bis zu 21 Tage betragen. Als erstes tritt plötzliches Fieber auf, das am zweiten Tag 38.5 - 40.5°C betragen kann. Dazu kommen Allgemeinbeschwerden wie starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Unwohlsein und manchmal Durchfall. Häufig treten Lymphdrüsenschwellungen (am Hals, in der Achsel oder Leiste) auf. Danach entwickeln sich rasch Hautveränderungen und Läsionen (kleine Wunden) an der Mundschleimhaut. In der Folge kommt es zu typischen Hautveränderungen, die sich von fleckigen Rötungen zu Knötchen, Bläschen und Krusten entwickeln. Alle Hautveränderungen befinden sich charakteristischerweise im gleichen Entwicklungsstadium. Das bedeutet, dass an einem Tag nur Rötungen zu sehen sind, ein paar Tage später nur Bläschen. Die Ansteckungsfähigkeit endet erst, wenn sämtliche Hauterscheinungen abgeheilt sind. Achtung: Auch die Krusten (Schorf) des Hautausschlages sind ansteckend!

Wie gefährlich ist die Krankheit?

In den meisten Fällen werden die Erkrankten wieder vollständig gesund. Bei einem Teil kann es jedoch zu einem schweren Erkrankungsverlauf kommen und in 2 bis 10% der Fälle endet die Krankheit tödlich. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Erblindung kommen. Nicht selten bleiben Narben an den Stellen der Hautveränderungen zurück.

Wie wird die Krankheit diagnostiziert?

Ein Verdacht auf Affenpocken besteht bei Auftreten des typischen Hautausschlages in Verbindung mit Fieber und Lymphknotenschwellungen und insbesondere, wenn sich Hinweise auf eine mögliche Exposition ergeben (z.B. Reisen in Risikogebiete, Kontakt zu Erkrankten). Der Virusnachweis erfolgt in der Regel aus Bläschenflüssigkeit, Pustelinhalt, Krusten oder auch Tupfern von Hautläsionen, Als Untersuchingsmethoden kommen u.a. die PCR (Polymerasekettenreaktion) und die Elektronenmikroskopie zum Einsatz. Im Einzelfall kann ggf. auch eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Der Verdachtsfall wird dem zuständigen Gesundheitsamt und dem Robert Koch-Institut gemeldet.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Die Behandlung beschränkt sich vor allem auf die Linderung der Symptome (Beschwerden) und auf die Vermeidung von zusätzlichen bakteriellen Entzündungen. Anfang 2022 wurde in der EU auch ein neu entwickeltes Arzneimittel (Tecovirimat) zur Behandlung der Affenpocken zugelassen, das aber zurzeit nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Kann man sich gegen Affenpocken impfen lassen? Der Einsatz eines Impfstoffes der gegen die Menschenpocken entwickelt wurde, muss sehr genau überlegt werden, da es bei der Impfung auch zu Komplikationen kommen kann. Ein spezieller, nur gegen Affenpocken gerichteter Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung. In der EU ist seit Anfang 2022 ein Impfstoff zugelassen, der modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA) beinhaltet. Es soll sowohl vor Affenpocken also auch vor humanen Pockenviren schützen. Geimpft werden aber zurzeit nur bestimmte Risikogruppen, wie z.B. Personen, die im Labor mit humanen Pockenviren arbeiten. Die Impfung soll einen Schutz von bis zu 85 Prozent vor Affenpocken bieten.

Kann man sich gegen Affenpocken schützen?

Medikamente, die man vorsorglich einnehmen könnte, um sich vor einer Infektion zu schützen, gibt es derzeit nicht. Wie bei vielen anderen Infektionskrankheiten tragen die folgenden Basismaßnahmen auch zu einem Schutz vor einer Ansteckung mit Affenpocken bei: Abstand halten, strikte Händehygiene und bei einem wissentlich engen Kontakt zu einer erkrankten Person (face-to-face) das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (wenn möglich FFP2-Maske für den Eigenschutz). Die erkrankte Person sollte, wenn möglich, auch einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn andere Personen in der Nähe sind. Die Pusteln sollten soweit möglich abgedeckt werden, um Schmierinfektionen zu verhindern.

Was wird derzeit unternommen?

An Affenpocken erkrankte Personen werden auf speziellen Infektionsstationen behandelt. Bei leichterem Krankheitsverlauf kann ggf. auch eine Absonderung zu Hause in Frage kommen. Bei Personen, bei denen der Verdacht auf eine Ansteckung besteht (Kontaktpersonen), kann das lokal zuständige Gesundheitsamt eine vorübergehende Absonderung (Quarantäne) anordnen. Derzeit werden die Fachöffentlichkeit und die Bürgerinnen und Bürger für das Thema Affenpocken in den Medien und Fachkreisen sensibilisiert, so dass neue Erkrankungen möglichst schnell entdeckt und untersucht werden können, um weitere Übertragungen schnellstmöglich zu unterbrechen.

Was muss ich tun, wenn ich vermute, Kontakt zu einer an Affenpocken erkrankten Person gehabt zu haben?

Sollten Sie mit einer an Affenpocken erkrankten Person in den letzten 3 Wochen engen Kontakt gehabt haben, gehen Sie bitte nicht mehr aus dem Haus und melden Sie sich bitte umgehend bei Ihrem lokal zuständigen Gesundheitsamt → https://tools.rki.de/plztool/. Vorsorglich sollten Sie sich in den 3 Wochen nach dem letzten Kontakt zu der erkrankten Person genau beobachten, messen Sie täglich Fieber und seien Sie achtsam bei neu auftretenden Hautveränderungen. Die Mitarbeiter*innen des Gesundheitsamtes werden gemeinsam mit Ihnen klären, ob tatsächlich eine Ansteckungsgefahr bestanden hat und wie Sie sich weiterhin zu verhalten haben.

Bei Symptomentwicklung sollte der Kontakt zu anderen Menschen direkt vermieden, und der Hausarzt oder ggf. eine HIV-Schwerpunktpraxis vorab telefonisch, unter Angabe des Verdachtes auf Kontakt zu Affenpocken, kontaktiert werden. Sollte eine telefonische Kontaktaufnahme nicht möglich sein, sollten Mitarbeitenden in der Arztpraxis sofort bei Eintreffen über den Verdacht in Kenntnis gesetzt werden.

Quellen: Titelbild: Robert Koch Institut: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/NRZ/EM/Aufnahmen/EM_Tab_Monkeypox-virus.html (28.5.2022), https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Affenpocken/affenpocken_gesamt.html;jsessionid=FD3998DAF73209AEBB1575C3208FFFE5.internet112 (28.5.2022), https://www.nlga.niedersachsen.de/bev/krankheiten-erreger/affenpocken-211916.html (25.5.2022), Stand: 30.05.2022

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Tags: affenpocken

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